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Vegane Esserlebnisse

TEKST: SUNE RASBORG FOTO: ANDERS BEIER

In den letzten Jahren ist Bornholm als ein Ort bekannt geworden, wo man gut essen kann.

Die Lebensmittelhersteller sprieẞen wie Spargel im Juni aus dem Boden, und es gibt eine Menge Restaurants. Sowohl Restaurants der Michelin-Liga als auch Lokale, die eher auf die gute, zwanglose Mahlzeit setzen, fassen Fuẞ auf der Insel. Gemeinsam für die meisten Gaststätten ist die Freude daran, die lokalen Rohstoffe zu verwenden. Heimisches Bier geht Hand in Hand mit biologischem Kombucha, Gemüse von kleinen Produzenten, Fleisch vom Vieh, das auf dem Feld geweidet hat und von Menschen gestreichelt worden ist. Auf Bornholm ist man stolz auf die Lebensmittelproduzenten.

Aber wie sieht es aus, wenn man Vegetarier ist? Oder wenn man den Schritt weitergegangen und Veganer geworden ist? Kann man dann überhaupt an den köstlichen kulinarischen Erlebnissen teilnehmen? Aber natürlich. Das vorurteilsvolle Bild vom Veganer als eine Person mit Socken in Sandalen und reaktionären Haltungen ist in dem Grad veraltet, und in einer Zeit mit steigendem Bewusstsein für den Einfluss der Fleischproduktion auf die Umwelt, ist Veganismus Mainstream geworden – sogar in einem solchen Grade, dass die meisten den Unterschied zwischen Seitan, Tempeh und Tofu kennen. Viele Restaurants und Cafés haben mindestens ein Vegetarier-Gericht auf der Speisekarte, und immer mehr vegane Alternativen tauchen auf. Man kann in der Tat viele verschiedene vegane Köstlichkeiten auf Bornholm genieẞen. Es fordert nur, dass man weiẞ, wo man sie finden kann, so dass man am Ende nicht nur mit Brot im Restaurant sitzt, während die restliche Gesellschaft um einen herum das prächtige Lammfleisch und das schöne Sahneeis lobt.

Sollte sich der vegane Hunger unmittelbar nach der Ankunft mit dem Flugzeug oder der Fähre melden, ist es vorteilhaft in die Stadtmitte zu fahren. In dem Restaurant „Selmas Home Cooking“ nur wenige Meter von „Store Torv“ (dem groẞen Marktplatz) entfernt macht indische Selma veganes, würziges Essen. Die Gerichte haben ihren Ursprung in der indischen Küche von Selmas Kindheit und von der Thaiküche, die sie auf ihren Reisen in Ostasien beeindruckt hat. „Wenn man erst ein paar Mal gebratenes Gemüse gegessen hat, kann es auch zu viel werden,“ sagt Selma. „Bei mir sind die Gerichte sehr schmackhaft. Ich habe immer 3 – 4 warme, vegane Gerichte auf der Speisekarte – und auch welche auf dem Buffet. Und es gibt auch immer 3 – 4 Salate, wenn man kein warmes Essen möchte.“

Am anderen Ende von „Rønne Torv“ findet man „Café Munter“. Hier gibt es u.a. einen veganen Burger, mit Grünkohl und Quinoa als Hauptbestandteile, der unter Veganern recht beliebt ist. Wir haben natürlich gecheckt, ob auch das Burger-Brot vegan ist. Die Speisekarte bei „Café Munter“ enthält in der Regel auch ein paar vegane Salate. Hier kann man also ruhig reingehen, wenn man in Rønne ist, Veganer ist und Hunger hat.

Ist man im Norden der Insel, wenn man den Hunger verspürt, gibt es z.B. in „Strandhotellet“ in Sandvig vegane Esserlebnisse. Hier besteht das Essen hauptsächlich aus Gemüse, und deshalb muss Fleisch zu den „grünen“ Gerichten, die die Speisekarte charakterisieren, extra bestellt werden. Die Pizzen des Hotels sind auch mit Gemüse – und macht man darauf aufmerksam, dass man Veganer ist, wird Käse mit einer veganen Alternative ausgewechselt. Im Frühstücksrestaurant des Hotels gibt es auch etwas für alle. Der Kaffee ist gut, und das Schönste ist, dass auch hier die Veganer gut bewirtet werden. „Im vorigen Sommer bewirkte Covid-19, dass das Frühstück als etwas Neues als Tellergericht serviert wurde. So wird es sicherlich auch in diesem Jahr, und wir haben auch einen veganen Frühstücksteller“, erzählt Kasper, der das Hotel besitzt.

„Sollten wir zum traditionellen Buffet zurückkehren, wird auch immer veganes Essen da sein, so dass alle satt werden können.“

Bewegt man sich in Richtung Süden – nach Gudhjem – kann man sich auf dem Abendbuffet in „Restaurant BrøDDan“ einen köstlichen Salat selber mischen. Es kann eine Suppe bekommen, die jeden Tag wechselt, und es gibt eine Auswahl an Salatspezialitäten. Auẞerdem kann man eine vegane Pizza bestellen – zwar ohne Käse, da diese nicht vegan ist.

Hat man im Süden der Insel Hunger, kann man in dem früheren Fischladen am Hafen in Nexø Fiku Miko finden, vielleicht eine der lustigsten Gaststätten der Insel. Unmittelbar sieht das Lokal nicht „fancy“ aus, aber die Atmosphäre ist schön, und es riecht nach leckerem Essen und frischer Seeluft. Hier trifft man Magdalena, die das Lokal sowohl besitzt als leitet. Die Gerichte wechseln jeden Tag, und oft werden vegane Gerichte auf der Speisekarte zu finden sein, die bewirken, dass auch einem inkarnierten Fleischesser das Wasser in dem Mund zusammenläuft. Wie Magdalena selbst sagt: “Wir haben viele Kunden, die unsere Gemüsegerichte wählen, obwohl sie weder Veganer noch Vegetarier sind.“

In Nexø liegt auch das Restaurant „Molen“, wo man, wenn man ein paar Tage vorher reserviert, auch wirklich köstliche, vegane Gerichte – sogar mit Aussicht auf das Meer – bekommen kann. Troels, der sowohl in der Küche in dem Restaurant „Molen“ als in „Det Røde Pakhus“ in Rønne kocht, erzählt: „Wie haben eigentlich keine veganen Gerichte auf der Speisekarte, aber wir machen gerne veganes Essen, wenn wir bloẞ ein paar Tage vorher avisiert werden. Wenn man vorher seine Ankunft meldet, kann man sich wirklich freuen. Sowohl im Restaurant „Molen“ als in „Det Røde Pakhus“ arbeitet man sehr ambitiös – auch was die veganen Gerichte anbelangt.

Auf Südbornholm kann man bei „Høstet“, ganz in der Nähe von Nexø, vorbeischauen. „Høstet“ ist die einzige biologische Sanddornplantage in Dänemark. Hier vergeht ein Nachmittag ganz schnell. Man kann mit einer Besichtigung der Plantage anfangen, wo die Besitzer, Mads und Camilla, von ihrer Arbeit mit den gesunden Beeren erzählen. Jeden Freitag gibt es Freitagsbar mit biologischen und veganen Drinks und Kostproben. Die Drinks in der Bar sind natürlich auf Sanddorn basiert. Die säuerlichen und sehr aromatischen Beeren passen fantastisch zu z.B. dem klassischen Drink „Gin & Tonic“. Die Freitagsbar findet im Saison jeden Freitag zwischen 15 und 17 statt.

Kommt man nach Svaneke, kann man in die Pizzeria „Bonalâs“, Glastorvet 3, reinschauen. „Bonalâs“ ist das bornholmische Wort für Bauernlümmel oder Bauernbursche, und der Name passt gut zur Pizzeria. Die Besitzer, Kasper und Marie, erzählen: „Für uns ist es eine Bezeichnung, auf die wir stolz sind. Wir sind hier zu Hause, und unsere Pizza ist in dem Boden Bornholms tief verwurzelt. Die Rohstoffe stammen aus den vielen tüchtigen Lebensmittelproduzenten, die es auf Bornholm gibt, und das meiste Gemüse ernten wir selber im Gemüsegarten bei Kaspers Eltern.“ Bei „Bonalâs“ gibt es jeden Monat eine neue vegane Pizza auf der Speisekarte. Die Zutaten stehen in der Regel an der Tafel.

In Svaneke hat man bis vor Kurzem auch vegan in Beyers Sushibar essen können. Aber obwohl die Sushibar nicht länger in der Søndergade 2 zu Hause ist, müssen Veganer und andere Sushi-Enthusiasten nicht auf die ästhetischen Rollen des Kochs Kasper Beyer verzichten. 2021 wird man Beyers Sushibar als „pop-up“- Sushibar finden können, und die Speisekarte ist im Groẞen und Ganzen unverändert. Man kann kleine Gerichte wie Edameme-Bohnen, Seetangsalat mit Sesam und Brokkoli, Spargel mit Goma-Dressing, aber auch Hosomaki mit Gurke, Avocado und Spargel, Futomaki mit Avocado, Gurke, Spargel, Sesam und Tofutasche bekommen. Besuchen Sie die Facebook Seite von Beyers Sushibar, wo der Standort der „pop- up“-Sushibar annonciert wird.

 

Bei vielen der Produzenten von Süẞigkeiten auf der Insel gibt es für Veganer auch etwas Süẞes zu finden, z.B. bei „Bolcheriet“ in Svaneke. Hier werden Bonbons wie in den guten alten Zeiten gekocht und gegossen. Als Veganer kann man hier sicher sein, wenn man seine eigene Tüte mit Bonbons mischt, da aber die Auswahl groẞ und variiert ist, dann fragen Sie doch lieber sicherheitshalber, ob eine „nicht-vegane“ Variante dabei sein sollte.

Auch „Kjærstrup Chokolade“, wo man schon seit vielen Jahren total köstliche Schokoladen und Sahnebällchen herstellt, ist auf vegane Varianten aufmerksam geworden. In der Tat kann man immer sicher sein, wenn man Produkte mit dunkler Schokolade kauft. In diesem Jahr gibt es sogar eine Neuigkeit, die fast eine Ehrung der Veganer ist, nämlich ein veganes Sahnebällchen!

Und was wäre ein Sommer ohne Eis? Die cremige, süẞe Kälte, die für die meisten von uns in der Sommerwärme ein Genuss ist. Die Veganer haben sich oft mit den Sorbets zufriedengeben müssen, aber das muss man nicht auf Bornholm. In „Bornholms Ismejeri“ hat man jahrelang Eis – auf Hafermilch basiert – hergestellt – sogar mit einem hervorragenden Ergebnis. Auẞer den Veganern eine Freude machen zu können, ist man auch dafür bekannt eine Menge lokale Produkte zu benutzen und einige spannende Experimente mit den Geschmackszusätzen zu machen. Manchmal kann man z.B. Eis mit einem Geschmack von Rosmarin oder Bier bekommen. Egal was man wählt; es gibt immer Kostproben, gute Auskunft und darüber hinaus einen gemütlichen Atriumgarten, wo man das Eis genieẞen kann.

Es gibt sicherlich mehr Restaurants, Cafés und andere Lebensmittelproduzenten auf Bornholm, die vegane Esserlebnisse anbieten, als die, die wir hier erwähnt haben. Man kann ja schrittweise vorgehen. Jedenfalls gibt es keinen Grund dazu, nur zu Hause zu essen oder das Essen im Auto oder im Fahrradkorb mitzubringen, wenn man Bornholm erleben will. Die Restaurants und Lebensmittelproduzenten auf Bornholm heiẞen alle willkommen.

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